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17.09.2022 I Neue Gasumlagen - neue Gaspreise ab 01.11.2022

Bereits im Juni haben die Stadtwerke ihre Gaskunden anschreiben müssen, um eine kräftige Gaspreiserhöhung, aufgrund der deutlich höheren Beschaffungskosten, von 61 % zum 01.10.2022 anzukündigen.
Nun hat die Bundesregierung infolge der massiven Kürzung der Gaslieferungen aus Russland mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungssicherheit zu stärken. Dazu gehört u. a. die drastisch beschleunigte Einspeicherung von Erdgas in die Gasspeicher, aber auch die wirtschaftliche Stützung der Gasimport-Unternehmen, die bei wegbrechenden Gaslieferungen aus Russland gezwungen sind, Gas zu hohen Preisen nachzukaufen.

Zur Finanzierung dieser Maßnahmen hat die Bundesregierung mit Wirkung ab 01.10.2022 die Einführung einer Gasbeschaffungsumlage (netto 2,419 ct/kWh) sowie einer Gasspeicherumlage (netto 0,059 ct/kWh) beschlossen, die auf den Gasverbrauch der Erdgaskunden erhoben wird. Sie soll zunächst für 1 ½ Jahre bis März 2024 gelten.
Daneben wird ab 01.10.2022 auch die Bilanzierungsumlage, über die der Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie finanziert wird, um netto 0,57 ct/kWh erhöht. Als Regelenergie bezeichnet man die Energie, die der Netzbetreiber benötigt, um die Differenz zwischen Ein- und Ausspeisungen von Erdgas auszugleichen. Durch diesen Ausgleich wird die Systemstabilität des gesamten Gasnetzes gewährleistet.

Da der Beschluss von der Bundesregierung sehr kurzfristig gefasst wurde, die Stadtwerke aber ihre Kunden 6 Wochen vorher über Preisanpassungen informieren müssen, können die Umlagen erst ab 01.11.2022 mengengewichtet nachgeholt und eingepreist werden.
Wie alle gesetzlichen Umlagen und Abgaben sind auch die neuen Gasumlagen für die Stadtwerke ein durchlaufender Posten und werden im vollem Umfang abgeführt. Die Stadtwerke profitieren also nicht von der Verteuerung.
Zur neuen finanziellen Belastung soll es aber auch eine Entlastung geben: Die Mehrwertsteuer auf Erdgas soll von 19 auf 7 % sinken. Wenn die entsprechenden Rechtsgrundlagen dafür geschaffen sind, geben die Stadtwerke die Absenkung zum frühestmöglichen Zeitpunkt an ihre Kunden weiter.

Die Gasumlagen führen zu einer weiteren deutlichen Verteuerung von 32,7 % gegenüber dem Preisstand 01.10.2022. Für einen Musterhaushalt mit 20.000 kWh Verbrauch summiert sich dies auf jährliche Mehrkosten von 918,68 Euro. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuersenkung beträgt die jährliche Kostensteigerung immer noch 542,60 € bzw. 19,3 %.
Alles in allem muss der o.g. Musterhaushalt in diesem Jahr eine Steigerung des Gas-Arbeitspreises von 128 % verkraften. Die Jahresabrechnung des Musterhaushaltes mit 20.000 kWh (= ca. 1.942 Kubikmeter) Gasverbrauch wird für 2022 bei 2.242 Euro liegen (7 % MWSt. ab 01.10. berücksichtigt.), im Vorjahr waren für die gleiche Menge Erdgas noch 1.414 Euro fällig.

Und leider kennen die Energiepreise aktuell nur eine Richtung – nach oben. Eine Entspannung deutet sich, zumindest für 2023, noch nicht an, im Gegenteil: Die Experten erwarten einen weiteren Preissprung zum 01.01.2023.


Wir empfehlen unseren Kunden:

• Um eine hohe Nachzahlung bei der Jahresabrechnung 2022 zu vermeiden, können unsere Kunden ihren monatlichen Gas-Abschlag noch für 01.10.2022, 01.11.2022 und 01.12.2022 erhöhen. Am besten nutzt man dazu unser Kundenportal oder man ändert seinen Abschlag per Telefon oder E-mail: 09421-864-290 abrechnung@stadtwerke-straubing.de

• Damit der neue Gaspreis auf Ihrer Abrechnung verbrauchsmäßig exakt abgegrenzt wird, bitten wir um Mitteilung des Gaszählerstandes zum 01.11.2022. Wem die Ablesung nicht möglich ist, wird der Zählerstand von unserem Abrechnungssystem maschinell per Verbrauchsgewichtung ermittelt.

• Bei Umstellung der Gaslieferung auf unseren Normsondervertrag „Gas-aktiv“ erhält man einen Treuebonus von brutto 0,30 ct/kWh (netto 0,25 ct/kWh). Die dazu notwendigen Vertragsunterlagen senden die Stadtwerke gerne auf Anfrage zu (E-Mail: vertrieb@stadtwerke-straubing.de; Tel.09421-864-257).


Was kann man als Kunde noch tun?
Die günstigste Energie ist diejenige, die man erst gar nicht verbraucht. Sparen Sie deshalb bewusst und konsequent Energie, beispielsweise durch Absenken der Raumtemperatur um 1º C. Bereits damit können Sie ca. 6 % Ihres Gasverbrauches einsparen. Auf der Rückseite des neuen Gaspreis-Tarifblatts, das die Stadtwerke-Kunden erhalten, gibt es weitere Energiespartipps.

Ist absehbar, dass man die finanzielle Belastung nicht stemmen kann, sollte man sich frühzeitig Hilfe holen. Die Verbraucherzentralen sowie die Jobcenter oder das Amt für soziale Sicherung sind hier gute Ansprechpartner.
Die Bundesregierung hat dazu weitere Entlastungspakete angekündigt, um die hohen Energiepreise abzufedern. Details dazu finden Sie auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums.
Klar dürfte allerdings auch sein, dass der Staat nicht alle Belastungen ausgleichen kann.

Die neuen Gaspreise ab 01.11.2022 und Energiespartipps zum Heizen, Lüften und Warmwasserbereiten:

Preisblatt Gas Grundversorgung ab 01.11.2022  (84 kB)
Energiespartipps zum Heizen, Lüften, Warmwasser bereiten  (476 kB)
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